Krisenfall YouTube

YouTube ist eine starke Marke mit großer Reichweite und „das Original“ unter den Videoportalen. Trotzdem steckt YouTube in einer Monetarisierungskrise. Zumindest Google sollte das so sehen und CEO Eric Schmidt bestätigte dies auch jüngst indirekt in einem Interview:

Die Web-2.0-Architektur ist nicht für Umsatz ausgelegt. Dort ist das Geld nicht“

  Schmidt weiter:

Es wird einige Werbeprodukte geben, die funktionieren. Sie müssen unterhaltend, interessanter und eindringlicher sein als das, was es heute gibt. Wir arbeiten daran“

Herausforderung Social Media

Es gibt inzwischen einige Beispiele von Social Networks wie mySpace oder Facebook wo Social Media Kampagnen gut funktionierten (z.B. BMW Kampagne auf Facebook).  Für YouTube gibt es diese bisher nicht. Außer den Brand Channels und Guerilla Marketing gibt es für Unternehmen nicht all zu viel Möglichkeiten um auf dem Videoportal erfolgreich zu werben. Im Gegensatz zu anderen Web 2.0 Plattformen liegt dies sicherlich auch an der zu passiv ausgerichteten Plattform bzw. an fehlenden Interaktionsmöglichkeiten, welche große Social Networks wie MySpace oder Facebook bieten.  Somit ist YouTube in Bezug auf Werbemöglichkeiten eingeschränkt, was sich zur Zeit hauptsächlich in Banneranzeigen oder Google AdWords Werbung wiederspieglt.

Die Konkurrenz ist groß

Während parallel andere Videoportale wie Pilze aus dem Boden sprießen (veoh, Joost, Dailymotion, vimeo…) und Nischen besetzen tut sich Google noch immer schwer ein tragendes Geschäftsmodell für YouTube zu finden, welches die Kaufsumme von 1,6 Milliarde rechtfertigt. Dafür gibt es Klagen von den großen Medienunternehmen wegen Urheberrechtsverletzung und Stimmen der Marketeers denen das Umfeld von YouTube zu unsicher ist. Parallel verbünden sich Medienunternehmen und ziehen Ihr eigenes Videoportal hoch (geschehen bei HULU) oder die großen TV Networks bieten Ihren Content gleich auf Ihren eigenen Plattformen an (ABC, CBS, NBC und BBC).

Time for a change für YouTube

Die Markenunternehmen wollen in einem professionellen Umfeld werben. “Professionelle Inhalte” auf YouTube heißt meistens urheberechtlich geschützte Inhalte. Und genau hier liegt die Krux. Zum einen verkauft Google laut Gerüchten nur noch Werbung, bei denen es keine Copyrightprobleme gibt. Das sind allerdings nur vier Prozent aller YouTube-Inhalte. Zum anderen dürfen User-generated Videos nicht ausgesperrt werden um YouTubes Glaubwürdigkeit und seinen “Broadcast Yourself” Gedanken nicht zu verlieren. Doch was könnten Wege sein um YouTube für Werbetreibende attraktiver zu machen.  Einige Maßnahmen die der Krise entgegensteuern könnten habe ich nachfolgend festgehalten:

Wege aus der Krise

  • Web-only TV ausbauen: Professionellen Content einkaufen und ausbauen.
  • exkusive Live Streams anbieten (z.B. Konzertübertragungen).
  • Premium Content in HD Qualität  (Serien, Fime)
  • E-Commerce ausbauen: klickbare Videos mit Kauffunktion zu Partnerunternehmen (z.B. Amazon, Apple iTunes)
  • Interaktivität bei Videoangeboten ermöglichen. Erster Schritt: Video Annotations

Google hat sich durch den Kauf von YouTube sicherlich schnelleren Erfolg versprochen. Aufgrund der prall gefüllten Kriegskasse Googles und Reichweite von YouTube war der Kauf aus strategischer Sicht richtig. Damit sich die Akquisition von YouTube wirklich auszahlt muss es allerdings einige größere Veränderungen geben. Es bleibt spannend wie Google diese Aufgabe meistern wird.


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Kategorie: online business, web 2.0 | Tags: , , , 2 Kommentare »



2 Reaktionen zu “Krisenfall YouTube”

  1. Hamburger

    Sehr spannendes Thema. Mal sehen wie es da weiter geht. Internetnutzer sind nicht unbedingt treu.

  2. Wo werden Online-Videos geschaut? |

    [...] Markt im einstelligen Bereich auf.  Auch wenn YouTube bisher finanziell nocht nicht die Erwartungen von Google erfüllt verdeutlichen die Zahlen einmal mehr die immense Reichweite der [...]


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