Zoho: Klein schlägt Groß?

Zoho nimmt langsam Fahrt auf und hat Google und Microsoft den Kampf um webbasierte Office Lösungen angesagt. Ziemlich schwer möchte man denken. Dennoch stehen die Chancen nicht schlecht, dass das kleine indische Start-Up Zoho  den beiden “Giganten” Marktanteile abknöpfen kann. Nachdem sich Zoho selbstbewußt gegen eine Übernahme von Salesforce gewehrt hat wurde nun ein zweiter großer Meilenstein in der jungen, dreijährigen Unternehmensgeschichte gemacht: Zoho verhandelt mit General Electric und hat damit einen ziemlich großen Fisch an der Angel und tritt gleichzeitig gegen Microsoft und Google an welche mit MS Office Live Workspace und Google Apps ähnliche Produkte anbieten

Mit eigenen Waffen schlagen

Zohos Produkte basieren auf einem perfekten Zusammenspiel von Googles Benutzerfreundlichkeit und Microsofts Erfahrung im Bereich Office Anwendungen. Zudem gibt sich Zoho seit Bestehen sehr offen gegenüber Drittanwendungen. So ist es möglich sich mit seinem Google- oder Yahoo-Account anzumelden, was einen komfortablen und schnellen Zugang zu Zohos Produkten ermöglicht. Um Dokumente auch offline editieren zu können bediente sich Zoho bei Gears, einer Software von Google welche die Synchronisierung von Online-Inhalten zulässt und die Dokumente auch offline editierbar macht.

Breites Produktportfolio

Was ziemlich beindruckend ist, ist die Vielzahl an Diensten die bei Zoho kostenlos angeboten werden und wie schnell neue Dienste dazukommen. Darunter finden sich u.a. Textverarbeitungsprogramme (Zoho Writer) und Tabellenkalkulation (Zoho Sheet) aber auch Businessanwendungen wie Zoho CRM oder Projektmanagementanwendungen (Zoho Projects).
Insgesamt stehen zur Zeit 18 Anwendungen zur Verfügung.

Die Produktpalette wird in “Productivity & Collaboration Apps” (10 Anwendungen) und in “Business Apps” (8 Anwendungen) unterschieden. “Productivity & Collaboration Apps” stehen kostenlos zur Verfügung während Zoho mit den “Business Apps” durch Lizenzgebühren Geld verdienen will.

Attraktiver Preis

Auch hier bietet Zoho klare Vorteile gegenüber Microsoft oder Google. Während sich Zoho und Google preislich ähneln (ca. 40$/User im Jahr) kann Microsoft mit diesen Preisen nicht konkurrieren. Im Gegensatz zu Googles Apps verzichtet Zoho innerhalb der Anwendung auf Werbeeinblendungen was für Businessanwendungen sympathischer erscheint.

Fazit

Zoho scheint für die Zukunft recht gut gewappnet sein um es mit Microsoft und Google im Bereich Online Office Anwendungen aufnehmen zu können. Ein möglicher Deal mit General Electric würde zeigen, daß Zoho auch als nicht-amerikanischens Unternehmen und Underdog sehr gute Chancen hat gegen Google oder Microsoft bestehen zu können. Vor allem die Geschwindigkeit mit welcher Zoho sich innerhalb der letzten 3 Jahre seit Gründung entwickelt hat lässt die Konkurrenz sicher erschaudern. Die Anwendungen von Zoho sind sehr intuitiv bedienbar und bieten im Vergleich zu Googles Apps umfangreichere Funktionen. Ob es Zoho letztendlich gelingt Microsofts Stellung im Bereich Officeanwendungen streitig zu machen wird die Zukunft zeigen. Der erste Schritt ist jedenfalls getan.

Weitere Informationen zum Geschäftsmodell von Zoho erklärt Mitgründer Raju Vegesna in diesem Video:

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